Andalusien beginnt mit dem Bau seiner ersten Fabrik für industrialisierten Holzbau
IberoLam Timber & Technology hat mit dem Bau eines neuen Werks in Valderrubio begonnen und führt damit eine Forschungsinitiative der Universität Granada in Richtung kommerzieller Vorfertigung.
Andalusien bereitet seine erste Fabrik für den industrialisierten Holzbau vor. Im März 2026 begannen die Arbeiten am Standort von IberoLam Timber & Technology in Valderrubio, Granada.
Das Unternehmen ging als Spin-off aus der Universität Granada und dem europäischen Programm LIFE Wood for Future hervor. Nun will es Erkenntnisse aus Forschung und Prototypen in eine wiederholbare Gebäudeproduktion überführen.
Dieser Übergang — vom projektbezogenen Experimentieren zu einer dauerhaften Fabrik — ist ein wichtiger Schritt für die Holzwirtschaft im Süden Spaniens.
Von der universitären Forschung zur Produktionslinie
Die Entwicklung von IberoLam wurde durch eine im Dezember abgeschlossene Kapitalerhöhung unterstützt, durch die die regionalen Immobilien- und Bauunternehmen Pérez Lázaro und Tecnosgra in den Gesellschafterkreis aufgenommen wurden. Das Projekt erhielt außerdem Förderung aus dem TRADE-Programm der andalusischen Regierung.
Diese Kombination ist bemerkenswert. Universitäten können Materialien, Aufbauten und Umweltleistung prüfen, doch eine kommerzielle Fabrik muss auch Durchsatz, Qualitätskontrolle, Beschaffung, Lieferung und Marktnachfrage bewältigen.
Industrialisiertes Bauen verlagert die Arbeit von einer unberechenbaren Baustelle in eine kontrollierte Produktionsumgebung. Holz eignet sich gut für dieses Modell, weil Bauteile präzise zugeschnitten, Elemente unter Fabrikbedingungen geschlossen und CNC-Maschinen mit digitalen Dateien gesteuert werden können.
Was eine regionale Fabrik verändern kann
Die Transportentfernung ist ein praktisches Hindernis für das vorgefertigte Bauen. Große Wand-, Decken- und Dachelemente beanspruchen selbst bei vergleichsweise geringem Gewicht erhebliches Volumen.
Ein Werk in Granada kann die Entfernung zwischen Produktion und Projekten in Andalusien verkürzen. Es kann lokalen Planern zudem helfen, Erfahrung mit einem konsistenten System zu sammeln, statt für jedes Gebäude eine andere Lieferkette zusammenzustellen.
Zu den möglichen Vorteilen gehören eine bessere Maßhaltigkeit, weniger Baustellenabfälle, verbesserte Arbeitsbedingungen und eine kürzere Bauzeit vor Ort. Diese Ergebnisse stellen sich nicht automatisch ein: Sie hängen von frühen Planungsentscheidungen und einem stetigen Projektfluss ab.
Fabriken benötigen Wiederholung. Wenn jeder Wandanschluss, jede Installationszone und jede Öffnung spät neu geplant wird, verliert die Automatisierung einen großen Teil ihres Vorteils.
Kapazität braucht eine passende Projektpipeline
Eine neue Produktionshalle schafft Kapazität, doch diese ist nur nützlich, wenn Projektentwickler, Architekten und Bauunternehmen kompatible Systeme ausschreiben. IberoLam muss frühzeitig mit den Projektteams zusammenarbeiten, damit Raster, Spannweiten und Fassadenmaße die tatsächlichen Anforderungen von Transport und Fertigung berücksichtigen.
Das erfordert keine identischen Gebäude. Eine gut konzipierte Plattform kann vielfältige Architektur ermöglichen und zugleich verborgene Regeln standardisieren: Elementbreiten, Anschlussfamilien, Toleranzen und Schnittstellen zur Gebäudetechnik.
Die Fabrik könnte auch zu einem Ausbildungszentrum für eine Region werden, die bislang wenig Erfahrung mit großen vorgefertigten Holzbauteilen hat. Montageteams, Kranmannschaften und Bauleiter müssen Handhabung, temporäre Stabilität und Wetterschutz verstehen. Die Industrialisierung verlagert Arbeiten von der Baustelle, beseitigt aber nicht die Notwendigkeit baulichen Fachwissens.
Warum Software entscheidend wird
Ein industrieller Holzbau-Workflow braucht eine einzige, verlässliche Definition des Gebäudes. Architektur, Tragwerksplanung, Fertigung und Montage können nicht mit widersprüchlichen Geometrien arbeiten.
Das Produktionsmodell muss die tatsächlichen Bauteilabmessungen, Materialklassen, Öffnungen, Verbindungen, Hebebeschränkungen und die Montagereihenfolge enthalten. Stücklisten und Zuschnittsdaten sollten aus derselben Quelle erzeugt werden.
Hier können Plattformen wie FrameVerk einen Beitrag leisten. Ein Holzrahmenmodell sollte nicht bei der Visualisierung enden, sondern fertigungsreife Mengen und vorhersehbare Baugruppen unterstützen.
Ein Meilenstein, kein fertiger Markt
Der Baubeginn bedeutet nicht, dass die Fabrik bereits Gebäude liefert. IberoLam muss die Anlage noch fertigstellen, die Maschinen in Betrieb nehmen, die Prozesse validieren und eine ausreichende Auftragspipeline sichern.
Das Unternehmen agiert außerdem in einem Markt, in dem die Lieferketten für Beton und Mauerwerk fest etabliert sind. Holzsysteme müssen Kosten, Brandverhalten, Akustik, Dauerhaftigkeit und verlässliche Versicherbarkeit nachweisen — nicht nur geringere graue Kohlenstoffemissionen.
Dennoch setzt die Fabrik ein starkes Zeichen. Südspanien beginnt mit dem Aufbau der industriellen Infrastruktur, die für den vorgefertigten Holzbau erforderlich ist, und die Initiative entwickelt sich von einem Universitätsprojekt zu einem echten Produktionsunternehmen.
Quelle: Universität Granada, „Baubeginn für Andalusiens erste Fabrik für industrialisierten Holzbau“, 23. März 2026: https://www.ugr.es/universidad/noticias/primera-fabrica-andaluza-construccion-industrializada-madera









