Brunssum baut acht Holzgeschosse für 39 Sozialmietwohnungen
De Wilde Tuin nutzt einen CLT-Kern, Holzrahmen und vorgefertigte Fassaden, um auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle bezahlbaren Wohnraum und einen Regengarten zu schaffen.
Das Gelände einer ehemaligen Tankstelle in Brunssum wird zu einem 25 Meter hohen Wohngebäude aus Holz mit 39 Sozialmietwohnungen. De Wilde Tuin begann 2026 mit der Montage der Holzkonstruktion und soll Anfang 2027 fertiggestellt werden.
Das achtgeschossige Projekt für die Wohnungsbaugesellschaft Wonen Limburg wurde von Mathieu Bruls Architects entworfen und wird von Smeets Bouw gebaut. Abgesehen von den Fundamenten und dem ersten Geschoss besteht die Hauptstruktur aus einem CLT-Kern, Holzrahmen und vorgefertigten Holzfassaden.
Holz dort, wo Bezahlbarkeit zählt
Massivholz wird häufig mit hochwertigen Büros und kulturellen Wahrzeichen verbunden. De Wilde Tuin setzt es im sozialen Wohnungsbau ein, wo Bau- und Betriebskosten, Dauerhaftigkeit und Instandhaltung genau geprüft werden.
Binderholz liefert das Holzwerkstoffpaket, Konwood berät zum Holzbaupaket und Machiels Building Solutions liefert die Fassadenelemente. Die Konstruktion wird Berichten zufolge mit einem Tempo von ungefähr einem Geschoss alle zwei Wochen montiert.
Das Holz reist per Bahn aus Österreich an, eine Entscheidung, die die Transportauswirkungen verringern soll. Dieses Detail ist wichtig: Aussagen zum Kohlenstoffgehalt eines Produkts hängen teilweise davon ab, wie schwere Komponenten die Baustelle erreichen.
Der Bahntransport beantwortet nicht die gesamte Herkunftsfrage, macht aber die Logistik sichtbar. Die Umweltberichterstattung sollte auch Waldzertifizierung, Fertigungsenergie, Klebstoffe und den in Fundamenten und unterem Geschoss verbleibenden Beton einbeziehen.
Ein Turm schafft Platz für einen Garten
Die Bündelung der Wohnungen in einem einzigen kompakten Gebäude schafft auf dem Grundstück Raum für den „Wilde Tuin“, eine kleine öffentliche Grünfläche, die mit einem bestehenden bewaldeten Hang verbunden ist. Sie wird zudem Regenwasser vom Gebäude und dem umliegenden Gelände zurückhalten.
Diese Kombination macht das Projekt zu mehr als einem Materialaustausch. Dichte schafft Raum für Landschaft, während die Vorfertigung die Bauzeit vor Ort verkürzen soll. Das Gelände der ehemaligen Tankstelle wurde saniert und wieder einer Wohnnutzung zugeführt.
Für digitale Holzbauabläufe ist die Mischung aus CLT-Kern, Rahmen und Fassadenelementen ein Koordinationstest. Jedes System hat eigene Toleranzen und eine eigene Montagereihenfolge, doch Fenster, Balkone, Membranen und Brandabschottungen müssen über alle Systeme hinweg zusammenpassen.
Ein kleiner Turm mit einer langen Schnittstellenliste
Der CLT-Kern stabilisiert das Gebäude, während der umlaufende Rahmen Decken und Fassaden trägt. Dadurch entstehen sich wiederholende Anschlüsse, an denen Bewegung, Akustik und Brandabschottung kontrolliert werden müssen. Vorgefertigte Fassadenelemente erhöhen die Geschwindigkeit nur, wenn ihre Verankerungen, Dichtungen und Fensteröffnungen mit der Primärstruktur übereinstimmen.
Sozialer Wohnungsbau erfordert auch eine langfristige Perspektive auf die Instandhaltung. Sichtbares oder verdecktes Holz braucht Inspektionsstrategien; austauschbare Fassadenschichten brauchen zugängliche Befestigungen; Bad- und Kücheninstallationen brauchen Leitungswege, die nicht zu späteren Ausschnitten in tragenden Paneelen verleiten. Ein schwer zu reparierendes kohlenstoffarmes Gebäude kann neue Kosten für Bewohner und Wohnungsbaugesellschaft verursachen.
Der Regengarten schafft eine weitere nützliche Systemverbindung. Dach- und Grundstücksentwässerung sind keine dekorativen Landschaftselemente; sie beeinflussen Fundamentdetails, Überlaufwege und die langfristige Widerstandsfähigkeit bei Starkregen. Dasselbe koordinierte Modell, das Paneele und Fassaden verortet, sollte auch die Wasserwege nachvollziehbar machen.
Die Bewohner werden die entscheidenden Nachweise liefern. Wonen Limburg kann prognostizierte und tatsächliche Energiekosten, Komfortbeschwerden, Wartungsanfragen und Mieterwechsel mit konventionellen Wohnungen im eigenen Bestand vergleichen. Die Veröffentlichung anonymisierter Ergebnisse würde anderen sozialen Vermietern helfen, Holz nach seinem Betriebswert statt nach seinem Neuheitswert zu beurteilen. Bezahlbares Bauen verdient dieselbe Strenge nach der Nutzung wie prestigeträchtige Büroprojekte.
Das Projekt sollte nach dem Einzug der Bewohner bewertet werden, insbesondere hinsichtlich akustischem Komfort, Sommertemperaturen, Energieverbrauch und Instandhaltung. Dennoch ist der Baufortschritt von 2026 bedeutsam. Holz soll einem sehr gewöhnlichen und sehr wichtigen Zweck dienen: bezahlbarem Wohnraum.
Quellen
- Gemeinde Brunssum, „Dorpstraat/Prins Hendriklaan“: https://www.brunssum.nl/Bouwen_en_Verbouwen/Nieuwbouw/Dorpstraat_Prins_Hendriklaan - Het Houtblad, „Achtgeschossiges Wohngebäude aus Holz in Brunssum“, 6. Mai 2026: https://www.hethoutblad.nl/nieuws/houten-woongebouw-van-8-lagen-in-brunssum/91415/ - Smeets Bouw, Projektmeldungen einschließlich „Offizieller Baustart Dorpstraat Brunssum“, 25. Februar 2026: https://smeetsbouw.nl/segment/wonen - 045online, „Modernes Holzbauprojekt in Dorpstraat und Prins Hendriklaan“, 22. Februar 2026: https://045online.nl/modern-houtbouwproject-in-dorpstraat-en-prins-hendriklaan/









