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Mittelhohes Madreselva-Wohngebäude aus Holz in Burjassot mit warmen Innenräumen aus Holzwerkstoffen und städtischer Landschaftsgestaltung
30. Juli 20263 Min Lesezeit

Madreselva gewinnt REBUILD 2026: Valencias erstes mittelhohes Wohngebäude mit Holztragwerk

Das Projekt mit 14 Wohnungen in Burjassot verbindet zertifizierte Holzwerkstoffe, Offsite-Bauen, Passivhaus-Strategien und hohe Energieklassen.


Ein kleines Wohnprojekt nahe Valencia ist zu einer landesweiten Referenz für den industrialisierten Holzbau geworden. Madreselva, von Zubi Cities in Burjassot entwickelt, erhielt bei REBUILD 2026 den Fundación-Gómez-Pintado-Preis für das beste Holzbauprojekt.

Laut der Berichterstattung zur Preisverleihung 2026 handelt es sich um das erste mittelhohe Wohngebäude mit Holztragwerk in der Provinz Valencia. Seine Bedeutung ist damit größer, als es die 14 Wohnungen vermuten lassen.

Ein kompaktes Projekt mit mehreren Leistungszielen

Madreselva umfasst Wohnungen vom Studio bis zur Einheit mit drei Schlafzimmern. Das Tragwerk verwendet FSC-zertifizierte Holzwerkstoffe und verbindet damit die Materialspezifikation mit verantwortungsvoller Beschaffung.

Das Projekt erreichte vier Blätter im VERDE-Rating und die Energieklasse AA. Seine Umweltstrategie umfasst eine kontrollierte Zu- und Abluftanlage, Systeme für erneuerbare Energien, Maßnahmen zur Senkung des Wasserverbrauchs, eine kreislauforientierte Abfallwirtschaft und die Förderung nachhaltiger Mobilität.

Passivhaus-Prinzipien senken den betrieblichen Bedarf durch eine effiziente Gebäudehülle und kontrollierte Lüftung. Das Holztragwerk behandelt einen anderen Teil der Kohlenstoffgleichung: die Materialien, aus denen das Gebäude errichtet wird.

Diese beiden Themen werden mitunter verwechselt. Ein Gebäude kann im Betrieb effizient, aber in seiner Herstellung kohlenstoffintensiv sein oder kohlenstoffarme Materialien nutzen und nach dem Bezug dennoch schlecht funktionieren. Madreselvas Relevanz ergibt sich daraus, dass beide Aspekte behandelt werden.

Offsite-Bauen verändert die Abfolge

Holzwerkstoffe belohnen eine frühe Koordination. Öffnungen, Anschlüsse und Leitungswege müssen vor der Fertigung geklärt sein. Dadurch werden Entscheidungen gegenüber Bauweisen vorgezogen, die mehr Änderungen auf der Baustelle zulassen.

Der Vorteil liegt in einem saubereren und potenziell schnelleren Montageprozess. Das Risiko besteht darin, dass aus einem ungeklärten Modell ein produzierter Fehler wird.

Für Planungssoftware ist die Anforderung eindeutig: Tragwerksmodell, Mengen, Zuschnittsinformationen und eingebaute Komponenten müssen dasselbe physische Gebäude beschreiben.

Zertifiziertes Material braucht weiterhin Rückverfolgbarkeit auf Projektebene

Die FSC-Zertifizierung schafft einen Beschaffungsrahmen, doch ein fertiges Gebäude benötigt auch Unterlagen, die gekaufte Produkte mit eingebauten Komponenten verknüpfen. Lieferantenerklärungen, Lieferchargen und Mengen sollten mit dem Modell und den Nachweisen des Bauunternehmens übereinstimmen.

Diese Verbindung ist über ein einzelnes Umweltlabel hinaus wertvoll. Dieselben Informationen können Ökobilanzierung, Wartung, Versicherung und einen künftigen Rückbau unterstützen. Für einen Projektentwickler senkt die Rückverfolgbarkeit das Risiko einer weitreichenden Nachhaltigkeitsaussage, die sich später nicht belegen lässt. Für einen Hersteller schafft sie eine Rückkopplung zwischen Lagerbestand, Zuschnittsoptimierung und der endgültigen Stückliste.

Was der Preis beweist — und was nicht

Der Preis wurde unter mehr als 300 Einreichungen zu den Advanced Architecture Awards vergeben. Er signalisiert, dass Holz in der spanischen Hauptdebatte über Digitalisierung und Dekarbonisierung angekommen ist.

Er beweist nicht, dass jedes Wohnprojekt in Valencia dasselbe System verwenden sollte. Kosten, Lieferkapazität, Akustik, Brandschutzkonzept und Erfahrung des Bauunternehmens bleiben projektspezifisch.

Auch die Umweltaussagen zum Gebäude sollten nicht auf die Behauptung reduziert werden, Holz sei automatisch kohlenstoffnegativ. Verlässliche Schlussfolgerungen erfordern eine definierte Lebenszyklusanalyse, Systemgrenzen und verifizierte Projektdaten.

Eine wiederholbare städtische Lehre

Madreselva zeigt, dass Holzwohnbauten in Spanien weder Landhäuser noch spektakuläre Türme sein müssen. Ein städtisches Gebäude mit 14 Einheiten kann ein bedeutsamer Marktschritt sein, weil es gewöhnliche Wohnanforderungen erprobt: Grundrisse, Haustechnik, Komfort, Finanzierung und Wiederholbarkeit.

Für die spanische Holzwirtschaft könnten gerade diese mittelgroßen Projekte am wichtigsten sein. Sie schaffen Arbeit für regionale Ingenieur- und Fertigungsteams und liefern zugleich Nachweise, die künftige Projektentwickler, Versicherer und Behörden bewerten können.

Sie schaffen außerdem Referenzdetails. Brandabschottungen an Leitungsdurchführungen, akustische Deckenaufbauten und Balkonanschlüsse können nach dem Bezug geprüft und im nächsten Projekt verbessert werden. Ein Markt reift, wenn Teams verifiziertes Wissen wiederverwenden können, statt jedes Holzgebäude erneut als Ausnahme zu beginnen.

Der REBUILD-2026-Preis verschafft Madreselva Sichtbarkeit. Sein langfristiger Wert wird daran gemessen werden, ob das Projekt dazu beiträgt, Holzbau zu einer wiederholbaren Option für den spanischen städtischen Wohnungsbau zu machen.

Quelle: CAMBIUM, „Madreselva gewinnt den Fundación-Gómez-Pintado-Preis bei REBUILD 2026“, 31. März 2026: https://cambium.gva.es/el-proyecto-madreselva-se-alza-con-el-premio-fundacion-gomez-pintado-en-rebuild-2026/

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