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Elektrischer Schwerlast-Lkw liefert große CLT-Paneele zur Baustelle eines Bürogebäudes aus Holz in Borlänge, Schweden
8. August 20263 Min Lesezeit

Schweden liefert CLT per Elektro-Lkw und senkt die Transportemissionen um rund 85 %

Das erste vollelektrische Lieferprogramm von Stora Enso transportiert rund 400 m³ CLT zum neuen Holz-Hauptsitz von ByggPartner in Borlänge.


Ein schwedisches Büroprojekt erprobt, ob sich die Massivholzlogistik zusammen mit der Gebäudestruktur dekarbonisieren lässt. Stora Enso und ByggPartner liefern CLT-Elemente ausschließlich per Elektro-Lkw vom Produktionsstandort Gruvön zu einem neuen Hauptsitz in Borlänge.

Stora Enso bezeichnet es als das weltweit erste Projekt des Unternehmens, bei dem für das Sylva-CLT-System vollelektrische Lkw-Lieferungen eingesetzt werden. Nach Schätzung des Unternehmens senkt die elektrische Route die transportbedingten Kohlendioxidemissionen gegenüber Diesel-Lkw um rund 85 %.

Ein Arbeitsplatz aus Holz, gebaut mit einer regionalen Lieferkette

Der dreigeschossige Hauptsitz von ByggPartner ist als nahezu vollständig aus Holz errichteter Arbeitsplatz konzipiert. Das Holz stammt aus regionaler Forstwirtschaft in der Nähe des CLT-Werks Gruvön, die Weiterverarbeitung erfolgt ebenfalls in der Region und regionale Holzbauunternehmen übernehmen die Montage.

Stora Enso liefert etwa 400 m³ Massivholzelemente. Die Montage begann 2026, die Eröffnung des Gebäudes ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.

Das Projekt nutzt hochpräzise Vorfertigung, um die Bauzeit vor Ort zu verkürzen und Abfälle zu reduzieren. Außerdem soll Stahl dort ersetzt werden, wo Holzlösungen die statischen Anforderungen erfüllen können.

Logistik ist Teil des gebundenen Kohlenstoffs

Bei Diskussionen über Massivholz wird das Produkt häufig am Werkstor mit Beton oder Stahl verglichen. Zu einem realen Gebäude gehören jedoch auch Forstarbeiten, Herstellung, Weiterverarbeitung, Transport, Hebevorgänge und die Tätigkeiten auf der Baustelle.

Die elektrische Lieferung betrifft einen sichtbaren Teil dieser Kette. Der Lkw wird von LBC Frakt betrieben und ist in TREE eingebunden, ein von 2024 bis 2026 laufendes Forschungs- und Innovationsprogramm, das vom schwedischen Institut für Forstforschung koordiniert wird.

Die für diese Route angegebene Einsparung darf nicht als eine Reduktion um 85 % für das gesamte Gebäude verstanden werden. Sie bezieht sich auf den von Stora Enso veröffentlichten Transportvergleich. Die Gesamtleistung hängt weiterhin vom Strom, der Entfernung, der Beladung, der Produktion und dem vollständigen Materialsystem ab.

Elektrifizierung verändert mehr als nur den Lkw

Eine elektrische Route muss Reichweite, Ladezeit, Nutzlast und Hochleistungsinfrastruktur berücksichtigen. Ein Lieferant kann nicht einfach eine Diesel-Sattelzugmaschine ersetzen und davon ausgehen, dass der Logistikplan unverändert bleibt.

Baustellenlieferungen sind anspruchsvoll, weil sie mit Kranreservierungen, eingeschränktem Zugang und kurzen Entladefenstern abgestimmt werden müssen. Eine zuverlässige Elektrifizierung hängt deshalb von der Koordination zwischen Werk, Spedition, Bauunternehmen und Energieversorger ab.

Der schwedische Pilotbetrieb findet in einem realen Projekt und nicht in einer abgeschlossenen Demonstration statt. Daten aus wiederholten Ladungen können zeigen, wie sich das Laden in die Arbeitszeit integrieren lässt und ob winterliche Bedingungen die Leistung verändern.

Digitale Planung macht elektrische Lieferungen praxistauglich

Schwere Elektrofahrzeuge benötigen Ladeinfrastruktur und sorgfältig geplante Routen. Vorgefertigtes CLT trifft zudem in einer exakten Montagereihenfolge ein: Ein zu früh geliefertes Element belegt Platz, während ein verspätetes Element den Kran zum Stillstand bringen kann.

Das Produktionsmodell, die Lkw-Ladung und der Montageplan müssen daher dieselben Komponentenidentitäten verwenden.

Hier können digitale Holzbauplattformen über reine Mengenangaben hinausgehen. Ein Paneel kann seinen Fertigungsstatus, seine Ladegruppe, seine Position auf dem Lkw und den geplanten Hebezeitpunkt mitführen. Die Logistik wird zu einer Erweiterung des Gebäudemodells.

Damit lässt sich auch die Kohlenstoffbilanz genauer ausweisen. Statt einen einzigen allgemeinen Transportfaktor anzuwenden, können Teams für jede Sendung Route, Fahrzeugtyp, Ladung und Entfernung erfassen. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn ein Projekt Verbesserungen entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette geltend macht.

Der gleiche Datensatz kann leere Rückfahrten oder Paneele sichtbar machen, die ohne volle Kapazitätsauslastung versandt wurden. Verbesserungen an diesen Details sind möglicherweise weniger sichtbar als ein Wechsel des Tragmaterials, doch wiederkehrende Logistikeinsparungen summieren sich über alle von einem Werk belieferten Projekte.

Das Projekt in Borlänge ist im Vergleich zu einem Holzturm bescheiden, doch sein Logistikexperiment ist breit übertragbar. Wenn der Holzbau den gebundenen Kohlenstoff reduzieren will, muss die Branche jeden Übergang zwischen Wald, Werk und Baustelle untersuchen – nicht nur die Tragstruktur.

Quelle: Stora Enso, „Stora Enso and ByggPartner collaborate to aim for carbon emission reductions“, 30. Juni 2026: https://www.storaenso.com/en/newsroom/news/2026/6/stora-enso-andbyggpartner-collaborate-to-aim-for-carbon-emission-reductions

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