TRÆ kombiniert einen Holzturm mit recyceltem Aluminium und Windturbinenblättern
Das 20-stöckige, 78 Meter hohe TRÆ-Gebäude in Aarhus kombiniert eine holzgeführte Hybridkonstruktion mit wiederverwendeten Fassadenmaterialien und Turbinenflügel-Sonnenschirmen und bietet so ein pragmatisches Modell für den kreisförmigen Hochhausbau.
TRÆ hat der Uferpromenade von Aarhus ein ungewöhnliches Wahrzeichen hinzugefügt. Mit einer Höhe von 20 Stockwerken und einer Höhe von ca. 78 Metern präsentiert sich das dänische Bürogebäude als das höchste Holzgebäude des Landes. Sein wichtigerer Beitrag könnte die Art und Weise sein, wie es eine auf Holz basierende Strukturstrategie mit wiedergewonnenen und zweckentfremdeten Komponenten kombiniert.
Die Fassade besteht aus wiedergewonnenen Aluminiumblechen, während ausgemusterte Windturbinenblätter als große äußere Sonnenschirme adaptiert wurden. Weitere wiederverwendete Elemente erscheinen im gesamten Projekt. Anstatt Variationen zu verbergen, ermöglicht die Architektur, dass der Flickenteppich und das Vorleben der Materialien sichtbar bleiben.
Das Gebäude wurde im Mai 2025 eingeweiht. Es handelt sich nicht um einen reinen Holzturm: Wie bei den meisten Hochholzprojekten handelt es sich um ein Hybridsystem, das bei Bedarf unterschiedliche Materialien für Stabilität, Fundamente, Brandstrategie, Verbindungen und Leistung verwendet. Wenn man das ehrlich beschreibt, wird die zirkuläre Leistung stärker und nicht schwächer.
Entwerfen mit dem, was bereits vorhanden ist
Durch die Wiederverwendung wird die normale Entwurfsreihenfolge geändert. Konventionelle Projekte definieren eine Spezifikation und bestellen identische neue Produkte. Der zirkuläre Bau muss mit dem verfügbaren Bestand beginnen: Abmessungen, Zustand, vorherige Nutzung, Prüfbedarf und Mengen. Das Design passt sich dann den realen Materialbeschränkungen an.
Eine besondere Herausforderung stellen Rotorblätter von Windkraftanlagen dar. Es handelt sich um große Verbundbauteile, die sich nur schwer zu Rohstoffen recyceln lassen. Durch die Wiederverwendung von Abschnitten als Verschattungselemente wird deren Nutzungsdauer verlängert, ohne dass der Anspruch erhoben wird, dass der Verbundstoff zu einem strukturellen Holzprodukt geworden ist.
Wiedergewonnenes Aluminium bietet einen weiteren Vorteil. Die Herstellung von Primäraluminium ist energieintensiv, sodass durch die Beibehaltung bestehender Bleche ein erheblicher Teil der Auswirkungen neuer Materialien vermieden werden kann. Die Wiederverwendung erfordert jedoch eine Überwachung, Reinigung, Sortierung, Befestigungsgestaltung und die Akzeptanz optischer Abweichungen.
Das gemeldete Kohlenstoffergebnis
Die Projektabdeckung weist einen geschätzten CO2-Fußabdruck aus, der rund 26 % niedriger ist als bei einem herkömmlichen Referenzgebäude. Diese Zahl sollte als projektspezifischer Vergleich auf der Grundlage festgelegter Grenzen, Entwurfsannahmen und verfügbarer Umweltdaten verstanden werden – und nicht als universelle Reduzierung für Holztürme.
Das Ergebnis ergibt sich aus einem Paket von Entscheidungen: Strukturoptimierung, Holzprodukte, Wiederverwendung, Materialreduzierung und zirkuläre Detaillierung. Die Konzentration auf ein fotogenes Element würde das System verfehlen.
TRÆ zeigt auch, dass Zirkularität Informationen braucht. Designer müssen die Abmessungen, den Zustand, den Standort, die Leistung und die Befestigung jeder wiedergewonnenen Komponente kennen. Hersteller und Auftragnehmer benötigen Toleranzen und Prüfregeln, die es ermöglichen, dass nicht standardmäßige Lagerbestände zu zuverlässigen Bauteilen werden.
Digitale Modelle können diese Überwachungskette bereitstellen. Jedes physische Element kann neben Geometrie, Mengen und Fertigungsdaten auch einen Herkunfts- und Wiederverwendungsstatus aufweisen. Für FrameVerk deutet dies auf Designtools hin, die wiedergewonnene Materialien als identifizierte Komponenten und nicht als generische Oberflächentexturen behandeln.
Ein nützlicher Präzedenzfall, keine universelle Formel
Die spezifische Mischung des Turms passt nicht zu jedem Gebäude. Lokale Bergungsmärkte, Vorschriften, Versicherungen, Garantien und verfügbares Fachwissen wirken sich alle auf die Wiederverwendung aus. Windlamellen-Sonnenschirme sind eine Projektreaktion und keine Standardproduktkategorie.
Was sich wiederholen lässt, ist die Methode: Vorhandene Ressourcen messen, ihnen entsprechende Rollen zuweisen, mit neuen Hochleistungskomponenten kombinieren und das Ergebnis dokumentieren. TRÆ zeigt, dass ein hohes Holzgebäude sowohl ein Ingenieurprojekt als auch ein Projekt zur Materialwiederverwendung sein kann – und dass die glaubwürdigste kohlenstoffarme Architektur oft aus mehreren koordinierten Entscheidungen resultiert.
Quellen: PFA, „Sehen Sie Dänemarks höchstes Holzgebäude“, Mai 2025; Architekturinformationen der Gemeinde Aarhus für TRÆ; Træ.dk-Projektberichterstattung; veröffentlichte Projektberichte zum 26 %-Referenzgebäudevergleich.









