FrameVerk
Abstraktes BIM-Modell aus Holzplatten, die ein leuchtendes Qualitätskontrolltor passieren, wobei eine Kollision hervorgehoben ist
29. Juli 20263 Min Lesezeit

Solibris Neustart 2026 setzt die Modellprüfung vor den teuren Holzbaufehler

Solibri startete am 13. April 2026 eine neue Plattform mit cloudvernetzter Prüfung, Punktwolken-Unterstützung und einer browserbasierten WebChecker-Beta. Im Holzbau steht bei diesen Funktionen ungewöhnlich viel auf dem Spiel.


Solibri ordnete sein Produktportfolio am 13. April 2026 um vier Stufen neu: Starter, Essential, Advanced und Premium. Frühere Angebote erhielten Legacy-Status, während die neue Version Desktop- und Cloud-Prüfung verband, einen vorläufigen E57-Punktwolkenimport ergänzte und einen Beta-Browserdienst namens WebChecker einführte.

Für die Holzvorfertigung ist nicht Cloud das entscheidende Wort. Es ist Prüfung.

Eine Kollision in einem herkömmlichen Modell kann Nacharbeit auf der Baustelle verursachen. Eine Kollision in einem fertigungsorientierten Holzmodell kann zu einem präzise produzierten und per Lkw gelieferten Fehler werden.

Von der Koordination zur Validierung

BIM-Koordination fragt häufig, ob zwei Objekte denselben Raum belegen. Strukturierte Validierung fragt zusätzlich, ob das Modell die vom Projekt verlangten Informationen enthält.

Die April-Version verbessert die Unterstützung für Arbeitsabläufe mit Information Delivery Specification. IDS ist ein buildingSMART-Standard, mit dem erforderliche Eigenschaften, Klassifizierungen und Beziehungen maschinenlesbar ausgedrückt werden.

IDS beweist weder die konstruktive Eignung noch die Einhaltung von Vorschriften. Es kann prüfen, ob vereinbarte Informationen in der erwarteten Form vorhanden sind. Ein Holzbauprojekt könnte verlangen, dass jedes tragende Element eine stabile Kennung, Produkttyp, Festigkeitsklasse, Brandschutzstatus, Fertigungsrevision und Herkunftsdaten trägt.

Das ist weniger glamourös als ein KI-Abzeichen und nützlicher als bei der Übergabe festzustellen, dass für die Hälfte der Platten keine Klasse nachvollziehbar ist.

WebChecker senkt die Einstiegshürde

Solibri WebChecker ging als Browserdienst für schnelle IFC-Zustandsprüfungen in die Beta. Nutzer können einen integrierten Regelsatz für die Modellqualität ausführen oder eigene Prüfsets hochladen, Ergebnisse kontrollieren und Befunde exportieren.

Damit könnten Auftraggeber, Nachunternehmer oder Behörden eine gemeinsame Prüfung ohne vollständige Desktop-Installation anwenden. Das Risiko ist falsches Vertrauen. Ein sauberer Bericht bedeutet, dass das Modell die ausgewählten Regeln bestanden hat; er bedeutet nicht, dass das Gebäude sicher, herstellbar oder gegen nie codierte Anforderungen geprüft wurde.

Berichte sollten deshalb Modellversion, Regelsatz, Datum, Ausnahmen und ungelöste Warnungen nennen. „Solibri bestanden“ ist erst dann eine technische Schlussfolgerung, wenn der Leser weiß, was getestet wurde.

Punktwolken verbinden Planung und Realität

Die vorläufige E57-Punktwolkenunterstützung kann dabei helfen, die ausgeführten Bedingungen mit dem koordinierten Modell zu vergleichen. Anwendungen im Holzbau umfassen die Prüfung von Ankern vor Anlieferung der Konstruktion, die Bestandsaufnahme eines Gebäudes vor einer Erweiterung und die Kontrolle von Montagetoleranzen.

Scan-Genauigkeit, Registrierung und Koordinatensysteme müssen weiterhin beherrscht werden. Eine farbenfrohe Wolke kann maßgeblich wirken, obwohl sie gegenüber dem Projektursprung verschoben ist.

Warum offene Standards zählen

Die Abwicklung eines Holzbauprojekts kann architektonische Modellierung, Tragwerksanalyse, Fachplanung, CNC-Vorbereitung und Baustellenmanagement umfassen. IFC bietet einen offenen Austauschrahmen; IDS formuliert Informationsanforderungen. Keiner der beiden Standards garantiert perfekte Interoperabilität, doch beide schaffen überprüfbare Übergaben zwischen Organisationen.

Der im März 2026 veröffentlichte Mass Timber Technical Reference Guide von WoodWorks zeigt die Bandbreite der Fachfragen, denen ein Modell letztlich dienen muss: Tragwerk, Brand, Akustik, Schwingungen, Dauerhaftigkeit und Bauausführung. Eine allgemeine BIM-Prüfung beantwortet diese Fragen nicht, kann aber bestätigen, dass die richtigen Aufbau- und Produktreferenzen den Austausch überstanden haben.

Für FrameVerk liegt die Chance darin, von Beginn an eine klare Holzbau-Semantik zu erzeugen: reale Bauteile, Abmessungen, Verbindungen und dokumentierte Unsicherheit. Ein externer Prüfer kann den Austausch anschließend unabhängig testen.

Wenn automatisierte Software sagt „das sieht gut aus“, darf das Werk fragen: nach welcher Regel, bei welchem Bauteil und in welcher Version? Der beste Einsatz der Solibri-Plattform 2026 besteht darin, das falsche Loch oder die fehlende Eigenschaft zu stoppen, solange es noch ein preiswertes digitales Problem ist.

Teams sollten beim Upgrade außerdem Legacy-Projekte testen, bevor sie Produktionsabläufe verändern. Solibris eigene Versionshinweise beschreiben Produktübergänge und Regelaktualisierungen; ein protokolliertes Pilotmodell kann Unterschiede bei Lizenzierung, Ergebnissen und Exporten zeigen, bevor ein echtes Fertigungspaket davon abhängt.

Quellen

  • Solibri, „Solibri Release Notes — April 2026“, 13. April 2026: https://www.solibri.com/articles/solibri-release-notes-april-2026 - buildingSMART International, Information Delivery Specification (IDS): https://www.buildingsmart.org/standards/bsi-standards/information-delivery-specification-ids/ - buildingSMART International, Industry Foundation Classes (IFC): https://www.buildingsmart.org/standards/bsi-standards/industry-foundation-classes/ - WoodWorks, Mass Timber Technical Reference Guide, veröffentlicht am 6. März 2026: https://www.woodworks.org/mass-timber-technical-reference-guide/

Ähnliche Artikel

Zurück zu allen Artikeln