Amsterdams The Ark beginnt den Bau von 125 Wohnungen mit 3.264 m³ Holz
Sieben Wohngeschosse aus Holz, Innenräume mit sichtbarem Holz und mehr als 3.200 Kubikmeter CLT und Brettschichtholz machen The Ark zu einem wichtigen Test für den urbanen Wohnungsbau.
Die Bautätigkeit bei The Ark wurde Anfang 2026 zu einer viel beachteten niederländischen Holzbaugeschichte. Das Amsterdamer Wohnprojekt wird in Overhoeks 125 Wohnungen und sechs Gewerbeflächen schaffen und dafür 2.642 m³ CLT sowie 622 m³ Brettschichtholz verwenden – zusammen 3.264 m³ Holzwerkstoffe.
Das von Powerhouse Company für Amvest entworfene Gebäude setzt auf einen pragmatischen hybriden Querschnitt. Untergeschoss, untere Ebenen und zwei Kerne bestehen aus Beton, während die sieben darüberliegenden Wohngeschosse mit Decken, Wänden, Stützen und Trägern aus Holz errichtet werden.
Sichtbare Struktur, alltägliches Wohnen
Das Holz bleibt in den Wohnungen sichtbar und macht das Tragwerk zu einem Teil des Alltags, statt es hinter einer vollständigen Verkleidung zu verbergen. Balkone über die gesamte Breite und ein gemeinschaftlicher Garten am Wasser erweitern den Wohnraum ins Freie.
Die 125 Wohneinheiten umfassen 81 Mietwohnungen und 44 Eigentumswohnungen. Im Erdgeschoss tragen Gewerbeeinheiten dazu bei, das Gebäude mit dem wachsenden Quartier Aan het IJ zu verbinden. Die Fertigstellung wird im Sommer 2027 erwartet.
Linkwood liefert das Holzbaupaket mit Produkten von Binderholz und einem hohen Vorfertigungsgrad. Die veröffentlichten Materialmengen sind nützlich, weil sie die Diskussion von „einem Holzgebäude“ zu einer konkreten Beschaffungs- und Logistikaufgabe führen.
Was 3.264 Kubikmeter für die Koordination bedeuten
Tausende Kubikmeter entsprechen Hunderten oder Tausenden einzeln gekennzeichneten Bauteilen. Sie müssen in einer festgelegten Reihenfolge geplant, gefertigt, transportiert, gehoben und geschützt werden. Die Wiederholung der Wohnungen hilft, doch Balkone, Fassaden, Kerne und Gewerbeebenen schaffen Schnittstellen, die sich nicht durch das Kopieren eines einzigen Paneels lösen lassen.
Das Projekt zeigt auch den Wert der Hybridbauweise. Betonkerne und untere Geschosse erfüllen besondere strukturelle und standortbezogene Anforderungen; Holz bildet die repetitive Wohnüberbauung. Der Entwurf ist nicht weniger ambitioniert, weil er mehr als einen Werkstoff nutzt. Er macht die Leistungsanforderungen deutlicher.
Sichtbares Holz braucht einen Betriebsplan
CLT und Brettschichtholz sichtbar zu lassen, kann zusätzliche Oberflächen vermeiden und den Bewohnern direkten Kontakt mit dem Material ermöglichen. Zugleich wirft dies praktische Fragen auf. Die Oberflächenqualität muss während der Montage geschützt werden, die Leitungsführung erfordert Disziplin und künftige Bewohner brauchen Hinweise zu Bohrungen oder Veränderungen. Brand- und Schallschutzaufbauten müssen exakt im genehmigten Zustand bleiben.
Das Feuchtemanagement beginnt lange bevor die Bewohner ihre Schlüssel erhalten. Transportabdeckungen, temporärer Kantenschutz, Entwässerung und Messwerte sollten mit den Paneelidentitäten verknüpft werden. Wird ein Bauteil nass, braucht das Projektteam einen Nachweis darüber, wo es sich befindet und was danach geschah.
Die Aussagen von The Ark zum Wohlbefinden durch sichtbares Holz sind attraktiv, sollten jedoch als Entwurfsabsicht und nicht als garantierte gesundheitliche Wirkung behandelt werden. Tageslicht, akustische Leistung, Innenraumluftqualität, Instandhaltung und Rückmeldungen der Bewohner nach dem Einzug lassen sich direkter bewerten.
Die veröffentlichten Mengen laden zudem zu einer besseren Kohlenstoffdiskussion ein. Gespeicherter biogener Kohlenstoff sollte getrennt von vermiedenen Emissionen ausgewiesen werden, und beides hängt von Annahmen zu Herkunft, Herstellung und Lebensende ab. „3.264 m³ Holz“ ist ein starker Größenindikator, aber keine vollständige Lebenszyklusanalyse.
Die Wiederholung in 125 Wohnungen bietet eine weitere künftige Kennzahl: Wie viele Planungsstunden, einzigartige Details und Eingriffe auf der Baustelle waren pro Wohnung erforderlich? Wenn ein stabiles Holzraster Sonderlösungen verringert hat, ohne die Wohnqualität zu mindern, könnte The Ark andere mittelhohe Projekte informieren. Wenn die Komplexität lediglich in eine unsichtbare Koordination verlagert wurde, ist auch diese Erkenntnis eine Veröffentlichung wert.
Für FrameVerk ist die wichtigste Lehre des Projekts die Datenkontinuität. Materialmengen, zertifizierte Beschaffung, Paneelbearbeitung, Montagepakete und gebundener Kohlenstoff sollten mit demselben Komponentenmodell verbunden sein. Ein Holzvolumen ist für eine Schlagzeile nützlich; eine rückverfolgbare Paneelliste ist für das Bauen nützlich.
Quellen
- Pressemitteilung von Powerhouse Company, wiedergegeben von Wettbewerbe Aktuell, „Baubeginn für The Ark“, 10. Februar 2026: https://www.wettbewerbe-aktuell.de/ergebnis/the-ark-amsterdam-406620 - Build for the Planet, „The Ark, Amsterdam“, 24. März 2026: https://www.buildfortheplanet.com/insights/details/the-ark-amsterdam-netherlands/ - ArchitectuurNL, „Sichtbares Holz in The Ark“, 11. Februar 2026: https://www.architectuur.nl/nieuws/zichtbaar-hout-in-the-ark/ - Linkwood, „The Ark“: https://linkwood.nl/system/the-ark/









